Der Himmel war genau so grau wie die weite Fläche, über die ich meinen unsteten Blick schweifen ließ. Ich war unfähig, überhaupt noch einen klaren Gedanken zu fassen, so müde war ich.
Schlafen …
Ein Schwarm Vögel zog träge über den wolkenverhangenen Himmel. Oder waren sie gar nicht so träge, sondern ich einfach nur zu müde, ihren schnellen Bewegungen folgen zu können? Ich weiß es nicht, meine Augen werden immer schwerer. Ich kann sie einfach nicht mehr offen halten, kann nicht mehr stehen geschweige denn laufen.
Schlafen …
Verwelkt und herbstlich braun flattert ein Blatt vor mir über den Boden. Es scheint genau so müde zu sein wie ich, denn es schafft es kaum, sich von der Stelle zu bewegen, nur zögerlich rutscht es über die graue Oberfläche. Ich bin so verdammt müde, meine Augen fallen mir langsam zu, es wird ruhig und kuschelig warm um mich herum.
Schlafen …
„Verdammt Labschi, pennen kannst du zu Hause, wenn Feierabend ist!“ donnert mir Cornis Stimme ins Ohr. Ich öffne ein Auge und starre ihn hasserfüllt an. „Ich schlafe nicht, ich versuche mir über die Konvergenz des gewöhnlichen Eichhörnchens zur Nuss klar zu werden, du Pfeife. Das geht nur mit innerer Ausgeglichenheit und RUHE!“
Ich strecke mich genussvoll und werfe einen Blick aus dem Fenster. Das Blatt ist mittlerweile am Rand des Daches angekommen und war kurz davor zu Boden zu fallen. Der Schwarm Vögel war tatsächlich schneller, als ich annahm, und so nehme ich meine Tasse Kaffee, trinke einen Schluck und bedenke meinen Herrn Kollegen mit einem weiteren strafenden Blick.
Erfreut mich in meiner mittaglichen Meditation gestört zu haben verschwindet Corni grinsend aus dem Büro, von meinen wüsten Verwünschungen vollkommen unbeeindruckt. Na warte, das wird dir noch Leid tun! Doch nun wende ich mich wieder wichtigen Sachen zu.
Schlafen …
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